Herzkatheter | Koronarangiografie


Das sollten Sie wissen


Herzkatheter | Angiografie
Herzkatheter | Angiografie

Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist eine der häufigsten kardiovaskulären Erkrankungen in den westlichen Industrienationen.

Der akute Myokardinfarkt und die chronisch-ischämische Herzkrankheit sind in Österreich die beiden häufigsten Todesursachen.

In Österreich ereignen sich jährlich ca. 30.000 Herzinfarkte.

In Österreich werden jährlich ca. 50.000 diagnostische Koronarangiografien und ca. 20.000 Koronarinterventionen (Ballondehnungen und Stentimplantationen) durchgeführt

Seit der ersten Ballondehnung 1977 und der ersten Publikation durch Grüntzig 1979 wurden die Materialien ständig weiter entwickelt und die Techniken verfeinert.

Diagnose | Behandlung
Diagnose | Behandlung

Dennoch ist es bis heute noch nicht gelungen, Komplikationen vollständig zu eliminieren.

Vor diesem Hintergrund ist die richtige Indikationsstellung für interventionelle Verfahren von entscheidender Bedeutung.

Die diagnostische Sicherheit einer Herzkatheteruntersuchung | Koronarangiografie wird zurzeit durch kein anderes Verfahren erreicht.

Ein wesentlicher Vorteil besteht darüberhinaus in der gleichen Untersuchung einen operativen Herzkathetereingriff anzuschliessen.

In der klinischen Routine wird die Indikationsstellung in der Regel an der angiografisch sichtbaren Einengung der Gefässlichte (Lumenreduktion) in der Koronarangiografie festgemacht.


Zugangswege


Schleuse
Schleuse

Die Linksherzkatheteruntersuchung kann über die

rechte/linke Leistenarterie (Arteria femoralis), die rechte/linke Speichenarterie des Unterarms (Arteria radialis) oder die rechte/linke Oberarmarterie (Arteria brachialis) durchgeführt werden.
Als Punktionstechnik wird in der Regel die sog. modifizierte „Seldingertechnik“ (direkte Punktion der Arterie ohne Durchstechen der Gefäßhinterwand) angewendet.

In der Regel wird in die gewählte Arterie eine Schleuse gelegt,

welche in der Folge ein weitgehend atraumatisches

Einführen und Wechseln der Katheter ermöglicht. Darüber hinaus minimiert die Schleuse durch ihr hämostatisches Ventil den Blutverlust beim Katheterwechsel. 
Zur diagnostischen Untersuchung ist eine Schleusenlänge

von etwa 10 cm ausreichend. Bei ausgeprägter Elongation

und Kinking des Zugangsgefäßes (meist der A. femoralis/ iliaca) sind längere Schleusen vorteilhaft.


Leistenarterie | Arteria femoralis
Leistenarterie | Arteria femoralis

Für das Einführen eines Herzkatheters ist die Punktion einer Arterie erforderlich.

Ein etablierter Zugangsweg ist über die Leistenarterie (Arteria femoralis) welche unterhalb des Leistenbandes erreicht wird.

Vorteile:

  • Kurze Eingriffsdauer
  • Bei Notfällen
  • Geringere Strahlenbelastung

Nachteile:

  • Nachblutungen
  • Blutergüsse
  • Pseudoaneurysmen
Speichenarterie | Arteria radialis
Speichenarterie | Arteria radialis

Eine Alternative ist der Zugang über die Speichenarterie (Arteria radialis) des Unterarms. Diese Möglichkeit setzt sich immer mehr durch und wird schon länger im ambulanten Bereich angewandt und findet Vorteile in internationalen Studien.

Vorteile:

  • kürzere Liegezeiten
  • bei peripherer Verschlusskrankheit
  • geringere Kosten

Nachteile:

  • Dauer des Eingriffs
  • höhere Strahlenbelastung
Anatomie der Handarterien
Anatomie der Handarterien

Der radiale Zugangsweg empfiehlt sich bei elektiver Koronarangiografie und bei elektivem Koronarstenting vor allem älterer Patienten, da sich dadurch die postprozeduralen Komplikationen, die Liegezeit nach erfolgtem Eingriff und die Kosten verringern lassen. Künftige technische Verbesserungen könnten die Eingriffszeit und die Strahlenbelastung bei radialem Zugang senken und diesem Verfahren so zu einem weiteren Durchbruch verhelfen.

Aufgrund dieser Studienergebnisse empfiehlt sich der femorale Zugangsweg besonders bei Notfalleingriffen, bei denen die Eingriffsdauer möglichst kurz sein sollte, da über diesen Zugangsweg eine Revaskularisierung der Herzgefäße am schnellsten und mit der höchsten Erfolgsrate erreicht werden kann, während die Kosten eine untergeordnete Rolle spielen sollten. Darüber hinaus empfiehlt sich der femorale Zugangsweg vor allem bei jüngeren Patienten, bei denen die stärkere Strahlenbelastung und ihre langfristigen unerwünschten Effekte vermieden werden sollten.


Verhalten nach einer Herzkatheteruntersuchung


Verhalten
Verhalten

Im Allgemeinen sind im Bereich der Punktionsstelle bei Befolgung gewisser Verhaltensregeln keine Probleme zu erwarten.

Um eine Nachblutung zu verhindern sollten Sie sich in der ersten Woche an folgende Regeln halten:

  • Duschen erst am Folgetag
  • Die Punktionsstelle sollte in den ersten Tagen gut
  • abgedeckt werden
  • In der ersten zehn Tagen nach Herzkatheter
  • soll auf Bäder und Sauna verzichten
  • keine schweren Sachen heben oder tragen
  • kein Fahrradfahren
  • kein Sport
  • möglichst keine Bewegungen, die zu einer Belastung des Leistenregion bzw. des Armes führen
  • kein Schwimmbadbesuch / keine warmen Bäder

 

 

Warnsymptome für eine Blutung:

  • starke Schmerzen
  • Umfangsvermehrung des Oberschenkels/ Armes
  • umschriebene Verdickung der Punktionsstelle
  • Bei Verdacht auf eine Nachblutung sollten Sie sich umgehend bei uns vorstellen (Zentrale Notaufnahme 06415/7101-0)
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Patientenaufklärung für Herzkathetereingriffe
Patientenaufklärung.pdf
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